Du kennst das sicher. Die Gefriertruhe startet nach dem Abtauen. Oder du schaltest mehrere Geräte gleichzeitig ein. Plötzlich fliegt die Sicherung. Besonders in älteren Wohnungen passiert das öfter. Die Leitungen sind älter. Die Sicherungsautomaten sind empfindlicher. Oder mehrere starke Verbraucher laufen auf einer Phase.
In diesem Text lernst du, warum beim Einschalten von Kompressoren kurzzeitig ein deutlich höherer Strom fließt als im Dauerbetrieb. Du erfährst, wie sich dieser Einschaltstrom auf verschiedene Sicherungen auswirkt. Das gilt für kleine Gefriertruhen mit etwa 100 Litern genauso wie für große Modelle mit 300 Litern oder mehr.
Du bekommst konkrete Hinweise, wie du prüfen kannst, ob deine Sicherung für den Startstrom ausgelegt ist. Du erfährst, welche einfachen Maßnahmen helfen, Stromspitzen zu vermeiden. Dazu gehören Anschlusswahl, Reihenfolge beim Einschalten und sinnvolle Sicherungsarten. Später im Artikel findest du auch Tipps zum Messen des Einschaltstroms und Hinweise, wann ein Elektriker nötig ist.
Die Informationen sind praxisnah und für technisch interessierte Einsteiger geeignet. Du kannst vieles selbst prüfen. Und du bekommst klare Hinweise, wann du besser fachliche Hilfe holst.
Grundlagen zum Einschaltstrom bei Gefriertruhen
Was ist Einschaltstrom?
Einschaltstrom bezeichnet den kurzzeitigen Stromstoß, der auftritt, wenn der Kompressor einer Gefriertruhe startet. Dieser Strom ist deutlich höher als der normale Betriebsstrom. Er dauert nur kurz. Meist handelt es sich um wenige Netzzyklen bis zu einigen Sekunden. Die Ursache liegt in der Tatsache, dass der Motor aus dem Stillstand beschleunigen muss. Dabei entsteht ein hoher Anlaufstrom.
Empfehlung
279,00 €
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Empfehlung
239,99 €249,99 €
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Empfehlung
239,99 €
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Unterschied: Nennstrom versus Einschaltspitzen
Der Nennstrom oder Betriebsstrom ist der Strom, den der Kompressor während des normalen Betriebs zieht. Er ist vergleichsweise niedrig. Die Einschaltspitzen sind kurzfristig viel höher. Beispiel: Eine kleine Truhe kann im Betrieb 0,5 bis 1 Ampere ziehen. Beim Start können 3 bis 7 Ampere fließen. Größere Truhen haben entsprechend höhere Werte. Entscheidend ist die Dauer der Spitze. Kurze Spitzen sind oft unproblematisch. Längere hohe Ströme können Sicherungen auslösen.
Ursache: Kompressor und Anlaufstromfaktor
Die meisten Haushaltsgefriertruhen nutzen einen kompakten einphasigen Kompressormotor. Er braucht eine hohe Anlaufkraft. Das ergibt einen erhöhten Strom. Dieser Faktor wird als Anlaufstromfaktor bezeichnet. Er gibt an, wie vielmal größer der Einschaltstrom gegenüber dem Nennstrom ist. Typische Faktoren liegen im Bereich von etwa 3 bis 7. Der genaue Wert hängt vom Motor und von der Startmethode ab.
Kompressortypen und Startmethoden
Es gibt verschiedene Startverfahren. Beim Direktanlauf wird der Motor sofort mit voller Netzspannung versorgt. Das erzeugt die höchsten Spitzen. Ein Anlaufrelais oder PTC ersetzt einen Teil der Schaltung nach dem Start. Das reduziert die Dauer der Spitze. Moderne Geräte nutzen Sanftanlauf oder Invertertechnik. Dort wird die Spannung gesteuert. Der Startstrom ist deutlich geringer. Inverter startet oft fast ohne große Spitze.
Wie wirken Einschaltströme auf Sicherungen?
Unterschiedliche Sicherungsarten reagieren verschieden. Schmelzsicherungen reagieren auf langfristige Überströme. Sehr kurze Spitzen führen nicht unbedingt zum Schmelzen. Bei alten oder falsch dimensionierten Sicherungen kann es trotzdem zum Ausfall kommen. Leitungsschutzschalter oder Automaten haben Auslösekennlinien. Typische Kennlinien sind B und C. B-Typ löst bei ungefähr 3 bis 5 mal Nennstrom aus. C-Typ löst bei ungefähr 5 bis 10 mal Nennstrom aus. Ein hoher Einschaltstrom kann also einen B-Automat auslösen, während ein C-Automat stabil bleibt. In Wohnungsinstallationen mit mehreren Verbrauchern auf einer Phase steigt die Wahrscheinlichkeit von Fehlauslösungen.
Im nächsten Abschnitt zeige ich dir, wie du Startströme messen kannst. Ich nenne einfache Prüfungen. Und ich erkläre, welche Maßnahmen gegen wiederkehrende Abschaltungen helfen.
Einschaltstromwerte im Praxisvergleich
Hier siehst du typische Stromwerte für verschiedene Gefriertruhenklassen. Die Tabelle gibt dir schnell Orientierung. Sie zeigt Betriebsstrom, Startspitzen, Dauer der Spitzen und sinnvolle Absicherung. So kannst du einschätzen, ob deine Sicherung passen könnte oder ob Handlungsbedarf besteht.
Tabelle mit typischen Werten
| Gefriertruhenklasse |
Geschätzter Betriebsstrom (A) |
Typische Einschaltspitze |
Typische Dauer (s) |
Empfohlener Leitungsschutz |
Empfohlene Leitung (Querschnitt) |
| Klein (ca. 100–150 L) |
0,4 – 1,0 A |
3 – 6 × Betriebsstrom ≈ 1,5 – 6 A |
0,5 – 2 s |
Typ B 10–16 A oder Typ C 10–16 A |
1,5 mm² (bei 16 A) / 1,0 mm² nur bei älteren Installationen |
| Medium (ca. 150–250 L) |
1,0 – 1,8 A |
4 – 7 × Betriebsstrom ≈ 4 – 12 A |
1 – 3 s |
Typ C 16 A empfohlen, alternativ Typ B 16 A bei ruhiger Verteilung |
1,5 mm² (16 A) bis 2,5 mm² bei gemeinsamen Steckdosen |
| Groß (ab 250 L) |
1,8 – 3,5 A |
4 – 8 × Betriebsstrom ≈ 8 – 15 A |
1 – 5 s |
Typ C 16–20 A; bei hohem Parallelverbrauch C 20 A |
2,5 mm² für 20 A; 1,5 mm² bei Einzelkreis 16 A |
Wie diese Werte zustande kommen
Der Betriebsstrom ergibt sich aus dem Leistungsbedarf des Kompressors bei normaler Kühlleistung. Herstellerangaben und Messungen geben diese Werte. Der Einschaltstrom entsteht, weil der Motor aus dem Stillstand Anlaufmoment braucht. Dieser Wert ist meist ein Vielfaches des Nennstroms. Der Multiplikator hängt vom Typ des Motors und von der Startmethode ab. Direktanlauf erzeugt die höchsten Spitzen. Sanftanlauf oder Inverter reduzieren Spitzen. Die Dauer hängt von Last und Temperatur ab. In der Praxis sind Startspitzen nur wenige Sekunden lang. Die Wahl von Sicherungscharakteristik und Nennstrom richtet sich nach diesem Verhältnis. B-Charakteristik löst bei etwa 3–5-fachem Nennstrom aus. C-Charakteristik bei etwa 5–10-fachem Nennstrom. Daher verträgt eine C-Absicherung höhere Startspitzen ohne Auslösen.
Praktische Empfehlung
Wenn deine Truhe wiederholt die Sicherung auslöst, prüfe zuerst, ob mehrere starke Verbraucher an derselben Phase hängen. Dann lies die Nennwerte auf dem Typenschild. Bei häufiger Auslösung ist eine Absicherung mit C-Charakteristik und 16 A oder 20 A oft sinnvoll. Alternativ hilft eine eigene Steckdosenleitung für die Gefriertruhe. Inverter- oder sanftstartende Modelle verringern Startspitzen deutlich. Messen mit einer Stromzange liefert die sicheren Zahlen.
Was ist Einschaltstrom?
Einschaltstrom ist der kurzzeitige Stromstoß beim Starten des Kompressors. Er ist deutlich höher als der Strom im Dauerbetrieb. Die Spitze dauert meist nur Bruchteile einer Sekunde bis wenige Sekunden. Ursache ist das Anlaufmoment des Motors.
Empfehlung
279,00 €
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Empfehlung
239,99 €
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Empfehlung
239,99 €249,99 €
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Wie hoch kann der Einschaltstrom einer Gefriertruhe typischerweise sein?
Typische Werte liegen oft im Bereich von etwa 3 bis 8 Mal des Betriebsstroms. Bei kleinen Truhen kann das 1,5 bis 6 A bedeuten. Bei großen Geräten sind 8 bis 15 A möglich. Die genaue Höhe hängt vom Kompressortyp und der Startmethode ab.
Kann Einschaltstrom eine Sicherung oder einen Leitungsschutzschalter auslösen?
Ja, das kann passieren. Besonders B-Charakteristik-Schalter lösen bei rund 3–5 Mal des Nennstroms aus. C-Charakteristik toleriert höhere Spitzen und spricht bei 5–10 Mal an. Wenn mehrere Geräte auf einer Phase laufen, steigt die Wahrscheinlichkeit fürs Auslösen.
Wann ist ein Fachmann nötig?
Ein Elektriker ist nötig, wenn die Sicherung regelmäßig ohne erkennbaren Grund auslöst. Auch bei alten Leitungen oder wenn mehrere Verbraucher auf einem Kreis laufen solltest du Fachleute hinzuziehen. Ein Elektriker kann Messungen durchführen und die Installation bewerten. Er kann auch eine geeignete Absicherung oder separate Leitung empfehlen.
Welche kurzfristigen Maßnahmen gibt es, wenn die Sicherung beim Starten auslöst?
Schalte andere starke Verbraucher auf dem gleichen Kreis aus und starte die Truhe allein. Probiere eine andere Steckdose auf einem anderen Stromkreis. Vermeide häufiges Zurücksetzen der Sicherung. Wenn das Problem weiter besteht, trenne das Gerät und rufe einen Elektriker.
Leitfragen
Startet die Gefriertruhe allein oder zusammen mit anderen Verbrauchern? Wenn beim Einschalten noch andere starke Geräte laufen, schalte diese ab und teste erneut. Läuft die Truhe dann ohne Ausfall, liegt das Problem meist an der Lastverteilung.
Wie oft und unter welchen Bedingungen löst die Sicherung aus? Ein einmaliges Auslösen nach längerer Abschaltung ist weniger kritisch. Tritt es wiederholt auf oder immer bei gleichen Bedingungen, solltest du genauer prüfen. Regelmäßige Ausfälle deuten auf ein Installations- oder Absicherungsproblem hin.
Ist die Hausinstallation älter oder sind mehrere Geräte am gleichen Kreis? Alte Leitungen oder viele Verbraucher erhöhen das Risiko für Fehler und Überlast. Dann ist eine fachliche Bewertung sinnvoll.
Empfehlung
279,00 €
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Empfehlung
Gorenje FH30DAW Gefriertruhe mit Rollen, 111,4cm Breite, 297 Liter, Gefrierschutz unten -15℃, Elek, Kontrolle, Inverter, Sicherheitsschloss, FastFreeze, BxHxT: 111,4×84,7×63 cm, Weiß
379,00 €399,00 €
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Empfehlung
CHiQ Gefriertruhe 99 L, Schnelleinfrierfunktion, mit LED|54,5 x 47,6 x 83,5 cm, leises 39 dB, Hubtor|4-Sterne-Gefrieren, -24°c, Freistehend Tischgefrierschrank für Garagen, Gewerbeflächen, Weiß
175,99 €209,99 €
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Mögliche Unsicherheiten
Wenn du keine Erfahrung mit elektrischen Messungen hast, sind Messungen mit Stromzange und Multimeter ungeeignet. Auch das Austauschen von Sicherungsautomaten erfordert Fachwissen. Fehlerhafte Arbeiten können Brandrisiken oder Stromschläge verursachen. Bei alten Sicherungen oder sichtbaren Schäden solltest du nicht selbst eingreifen.
Fazit und praktische Empfehlungen
Wenn das Problem nur gelegentlich auftritt, beginne mit einfachen Schritten. Schalte andere Verbraucher ab. Probiere eine andere Steckdose auf einem separaten Kreis. Lies das Typenschild der Truhe und vergleiche Werte.
Bei wiederholten Abschaltungen, alten Leitungen oder wenn du unsicher bist, rufe einen Elektriker. Lass die Absicherung nur durch eine Elektrofachkraft anpassen. Empfohlene Maßnahmen durch den Fachbetrieb sind Austausch gegen passenden Leitungsschutz mit geeigneter Charakteristik, Einrichtung eines eigenen Stromkreises für die Truhe oder Einbau eines Softstarters beziehungsweise eines Invertergeräts. Messen des Einschaltstroms liefert die Entscheidungsgrundlage.
Hauptgefahren
Überlastete Leitungen können sich stark erwärmen. Das steigert das Brandrisiko. Besonders gefährdet sind alte Leitungen oder Kabel mit zu geringem Querschnitt. Sichtbare Beschädigungen an Steckdosen oder Kabeln sind ein Warnsignal.
Falsche Sicherungswahl führt nicht automatisch zu mehr Sicherheit. Einfaches Erhöhen der Nennstromstärke, nur damit die Sicherung nicht mehr auslöst, ist gefährlich. Dadurch können Leitungen dauerhaft überlastet werden, ohne dass ausgelöst wird.
Unsachgemäße Elektroarbeiten bergen Stromschlag- und Brandrisiken. Arbeiten an der Hausinstallation sollten nur von geschultem Personal ausgeführt werden. Fehlerhafte Anschlüsse, lose Klemmen oder falsche Schutzgeräte können schwere Folgen haben.
Konkrete Verhaltensregeln
Verändere nie eigenmächtig die Sicherungsstärke. Lässt sich die Sicherung häufig zurücksetzen, rufe einen Elektriker. Versuche nicht, Schutzorgane zu umgehen oder zu überbrücken.
Ziehe vor Prüfungen den Netzstecker der Gefriertruhe. Prüfe Sichtbarkeiten wie verfärbte Steckdosen, Geruch nach Verschmorung oder warm werdende Leitungen. Benutze keine dünnen Verlängerungskabel oder beschädigten Mehrfachstecker.
Wenn du Sicherungen oder Leitungen ersetzen lässt, achte auf korrekten Leiterquerschnitt und passende Charakteristik des Automaten. Der Fachbetrieb kann auch Messungen des Einschaltstroms und eine Lastanalyse durchführen.
Was du sofort tun solltest
Bei wiederholtem Auslösen trenne das Gerät vom Netz. Schalte andere Verbraucher auf dem Kreis aus und überprüfe, ob die Leitung warm wird. Dokumentiere Zeitpunkt und Umstände der Abschaltung. Informiere einen Elektriker, wenn das Problem weiter besteht oder bei sichtbaren Schäden.
Kurzfassung: Nicht selbst die Sicherung erhöhen. Keine Arbeiten am spannungsführenden Teil. Bei Wiederholungen, alten Leitungen oder sichtbaren Schäden immer Fachbetrieb hinzuziehen.
Diese Kurzübersicht zeigt dir einfache Regeln, die helfen, Probleme mit Einschaltstrom und Sicherungen zu vermeiden. Die Tabelle stellt gegenüber, was du tun solltest und was du besser lässt. So triffst du schnelle und sichere Entscheidungen im Alltag.
| Do’s |
Don’ts |
| Bei wiederholtem Auslösen zuerst andere Verbraucher am gleichen Kreis abschalten und neu testen. |
Nicht einfach die Sicherung höher dimensionieren, um das Problem zu umgehen. |
| Absicherung wählen nach Herstellerangaben und Lastbild. Bei Startspitzen ist eine C-Charakteristik oft sinnvoll. |
Nicht B-Charakteristik ersetzen, wenn Leitungsquerschnitt nicht geprüft wurde. |
| Verlängerungskabel vermeiden. Schließe die Truhe möglichst direkt an eine feste Steckdose an. |
Nicht dünne oder beschädigte Verlängerungen nutzen. Sie können heiß werden und Brand verursachen. |
| Bei Unsicherheit einen Elektriker rufen für Messung, Bewertung und sichere Anpassung der Installation. |
Nicht selbst an der Hausinstallation arbeiten, wenn du keine entsprechende Ausbildung hast. |
| Startstrom messen mit einer Stromzange durch einen Fachbetrieb. So bekommst du belastbare Zahlen. |
Nicht Vermutungen als Grundlage für Änderungen an Schutzgeräten verwenden. |